ANTON TSCHECHOW

Drei Schwestern

Eine Produktion des fringe ensemble

Mit: Simin Soraya

Regie: Frank Heuel
Raum: Eduardo Serù
Musik: Gregor Schwellenbach
Projektion: Annika Ley
Dramaturgie: Svenja Pauka

Premiere in Bonn: 13. Januar 2011 im Theater im Ballsaal

„Nach Moskau! Nach Moskau!“ – Tschechows drei Schwestern sitzen in der Provinz, umgeben von ihren Familien, ihren Männern, Liebschaften und träumen von der Zukunft: von der Rückkehr in die vermeintlich lebenswertere Metropole, die das wahre Glück, die wahre Liebe, das wahre Leben verspricht. Die Sehnsucht nach dem besseren, dem anderen Leben an einem anderen Ort nährt ihre Träume, während sie das Leben im Hier und Jetzt verfehlen. Tschechows Drama „Drei Schwestern“ lässt einen dramatischen Handlungsablauf im klassischen Sinne vermissen, ist Zustandsbeschreibung eines Lebensgefühls, das sich in allen Figuren spiegelt. Besonders aber in dem von Irina, Mascha und Olga.

Das fringe ensemble schlägt die Brücke vom Drama ins Heute mit nur einer Schauspielerin. Simin Soraya bahnt sich ihren Weg durch die Geschichte, spürt ihr nach, versucht Distanz und Nähe, lässt sich mitreißen und offenbart dabei mit Leichtigkeit und Verstörung, mit Humor und Wut die Macht der Sehnsucht.

Presse

... ein Solo, aber kein Monolog. Fast alle Figuren aus Tschechows Stück tauchen auf in Simin Sorayas wunderbar differenzierter Darstellung. … Jeder Akt in diesem Spiel vom ewigen Wünschen hat seinen ganz eigenen Rhythmus und eine theatrale Spannung, die die Zufälligkeit der Ereignisse in Tschechows Stück aus einem weiblichen Blickwinkel neu beleuchtet. Simin Soraya macht daraus ein vielstimmiges Konzert widersprüchlicher Visionen davon, warum wir leben und leiden. Sie lässt dabei brüchiges Pathos ebenso zu wie energische Wut und Lebenslust. Unbedingt sehenswert!...

General-Anzeiger Bonn, 15.01.2011

.... Simin Soraya überzeugt auch mit ihrer Präsenz in Heuels Versuch, das Tschechow-Drama aus den Vereinnahmungen durch die Rezeptionsgeschichte mal zu befreien. Da geistern weder Peter Stein noch Claus Peymann im Hintergrund herum. Seiner Dramatisierung epischer Stoffe begegnet Heuel hier mit epischen Blickwinkeln auf ein Drama. Mit der jungen Schauspielerin darf er das auch, sie lässt das auch einfach mal auflaufen in affektgeladenen Ausbrüchen. Man sieht sie sich beeindruckt an. ...

Bonner Rundschau , 15. Januar 2011

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